Lieber Papst

Lieber Papst

Gerne möchte ich Ihnen ein paar Sachen sagen. Ich beziehe mich dabei auf Ihre Aussage, dass Kinder geschlagen werden dürfen, wenn dabei deren Würde nicht verletzt würde.

Gehen wir jetzt mal davon aus, dass Menschen von gleicher Würde sind. Dass jeder seine eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Träume hat und ernstgenommen werden sollte. Und dass dabei jeder in seinem Leben Sachen erlebte, die er sich nicht selber ausgesucht hat. Ich bin mir nicht sicher, wie das bei Ihnen ankommt, weil Sie darunter sicher etwas anderes als ich verstehe.

Sie sagten, dass es legitim sei, Kinder zu züchtigen, wenn seine Würde nicht verletzt werde. Lieber Papst, das geht doch gar nicht! Die Würde des Kindes wird arg verletzt, wenn wir unsere Macht missbrauchen, wenn wir urteilen, strafen, Kinder nötigen und schlagen. Lieber Papst, Sie haben die Macht. Aber ich bin mir sicher, Sie waren selbst mal ein Opfer. Ganz bestimmt wurden Sie selber als Kind gezüchtigt. Und das, lieber Papst, tut mir leid. Aber nun sind wir im Jahr 2015. Wir lernen, wir leben, wir lieben und viele Leute schaffen es dabei, ihre eigene Würde zu wahren. Glücklicherweise. Aber nicht alle schaffen das! Wir Erwachsenen haben die Macht, unsere Kinder nicht. Sie, lieber Papst, haben die Macht, mit Ihren Aussagen die Welt ein bisschen besser zu machen. Und was tun Sie? Nichts dergleichen. Lieber Papst, meinen Artikel brauchen Sie diesmal nicht zu liken. Aber bitte sagen Sie nicht mehr solche Sachen. Es passt weder in unsere Zeit noch zu unserer Welt. 

Herzliche Grüsse
Tonia von Gunten

www.elternpower.ch