Ho ho ho, ich bin der Weihnachtsmann!

Na, habt ihr ihn schon gesehen? Den echten, meine ich ...

Jetzt geht er wieder um, der alte Mann mit dem langen, weissen Bart im roten Gewand. Viele Kinder freuen sich seit Tagen darauf, ihn wirklich zu sehen. Nicht den Chlaus vor dem Warenhaus, nein nein, das ist ja schliesslich auch nicht der Echte, oder? Die sind doch wirklich nur verkleidet.

Alle Jahre erinnere ich mich an eine kleine Geschichte, Jahre ist es her...

Ich arbeitete in einer Schule, jeweils am Dienstag. In diesem Jahr bastelten wir alle zusammen Weihnachtsmänner. Es war in einer zweite Klasse in einem kleinen, ländlichen Dorf in der Schweiz. 4 Lehrpersonen standen wir jeweils in der Pause draussen, an einem Brunnen mit den Kindern. Ein Lehrerzimmer - gab es nicht an dieser Schule. So nähten die Kinder dann nach der Pause mit ihren kalten Fingern den roten Mantel zusammen und sprachen darüber, ob es den Samichlaus wirklich gäbe. „Was denkt ihr, Kinder?“ fragte ich sie und war gespannt auf das Gespräch mit ihnen. Wie toll war es, sich mit ihnen zu unterhalten.

„Ja, es gibt ihn schon!“ erklärte darauf Jakob. Und während er Leim auf den roten Filz strich, erklärte er voller Überzeugung weiter: „Und ich bin mir sicher. Es ist der Vater von Andrea.“

„Meinst du?“ fragte darauf ein Mädchen. „Warum soll der Vater von Andrea denn der Samichlaus sein? Die wohnen doch gar nicht im Wald!“ meinte sie. Und Jakob blickte ernst in die Weite durchs Fenster, hinaus auf den Schnee, und langsam sagte er darauf: „Er ist es. Ganz sicher. ER hat ein FERNROHR!“

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Nun, ganz so sicher weiss es wohl niemand und es macht auch nichts, wenn man als Kind noch nicht alles weiss. Doch zwei Anregungen zum Thema Weihnachtsmann habe ich an euch, liebe Eltern:

 

Mit viel Freude statt mit der Angst

Benutzt den Samichlaus nicht dazu, eure Kinder zu erziehen oder ihnen Angst zu machen. Klar kann er nette Sachen sagen oder auch mal was erwähnen, dass vielleicht noch nicht so gut läuft. Doch stellt die Kinder dabei nie bloss! „Die Kinder sind in Ordnung, so wie sie sind!“ darf man dem lieben Samichlaus gerne auch mal sagen. Auch sollte den Kindern nicht mit der Rute, dem Sack oder sonst wie gedroht werden. Diese Zeiten sind vorbei! Und sollten das andere Leute tun, die es nicht besser wissen, dann macht „dieses alte Spiel mit der Angst“ nicht mit!

 

Lieber offen und ehrlich

Mit diesen alten und neuen Bräuchen ist ja es so eine Sache ... Da geht man in der Familie offen und ehrlich miteinander um, und plötzlich merken wir, dass man beim Weihnachtsmann und Co. die Kinder schlicht und einfach alle die Jahre lang anlügt. Soll und darf man das? Da gehen die Meinungen auseinander! Glauben eure Kinder an den Osterhasen, die Zahnfee, den Samichlaus oder den Weihnachtsmann? Oder fragten sie plötzlich: Mami, gibt es den Samichlaus?“ Wir bei uns in der Familie wissen zum Beispiel unterdessen alle, dass sich Menschen verkleiden. Aber ob es ihn nicht DOCH gibt? Wie auch immer, Hauptsache, alle haben Spass an diesen „Geheimnissen“. Sonst haben wir es nämlich lieber mit der Wahrheit als mit der Lüge.

Ich wünsche mir, dass es alles gibt, was gut tut. Die Zahnfee und den Osterhasen. Den Samichlaus und die Wichtel und ein paar Engel dazu. Und immer mal wieder ein kleines Wunder obendrein. Aber manchmal bin ich mir also echt auch nicht ganz sicher ... :-)

Wie auch immer, eine wundervolle Adventszeit mit euren Lieben wünsche ich euch!

Ho, ho, ho, Tonia