Gehbehinderung - das dürfen Sie Ihren Kindern sagen.

Gehbehinderung - das dürfen Sie Ihren Kindern sagen.

1. Jeder Mensch ist anders. Es gibt auf der Welt ganz verschiedene Leute, und viele leben mit einer Behinderung. Manche davon sind gehbehindert. Das ist nun mal so und das ist nichts Schlechtes.

2. Manche haben vielleicht krumme Beine. Oder nur ein oder auch gar kein Bein. Einige haben ganz schwache Beine. Sie tragen vielleicht Beinschienen, sitzen in einem Rollstuhl oder tragen Beinprothesen.

3. Wenn du eine Person siehst, die behindert ist, darfst du hinsehen! Auch ein bisschen Starren ist erlaubt. Manche Eltern erlauben das ihren Kindern nicht. Das ist schade. Einige Leute (auch Grosse) machen riesen Augen oder gucken rasch weg. Es macht ihnen vielleicht Angst, weil der Anblick ungewohnt für sie ist. Wenn du genug geguckt hast, dann sag doch einfach: „Guten Tag!“ Und wenn möglich, sieh der Person in die Augen und lächle. Das wäre sehr freundlich und ganz toll!

4. Möchtest du was fragen oder sagen? Habe Mut, die meisten Personen mit einer Behinderung finden das ok! Manche wollen aber vielleicht nicht mit dir darüber reden. Vielleicht ein anderes Mal.

5. Viele Leute mit einer Behinderung können gut damit leben. Sie arbeiten, sind glücklich und haben vielleicht eine Familie. Es ist sicher nicht immer einfach. Auch wenn es manchmal schrecklich aussieht, eine Behinderung tut meist nicht weh.

6. Es gibt Leute, die brauchen zum sich Fortbewegen einen Gegenstand als Hilfsmittel. Das können Krücken, Stöcke, Beinschienen, Prothesen, ein Rollstuhl, ein Auto oder auch was Anderes sein. Das sind ihre persönlichen, wichtigen und wertvollen Gegenstände. Damit sind sie stärker, sicherer und auch schneller.

7. Behinderte Menschen kommen meist alleine zurecht. Sie werden sich melden, wenn sie Hilfe benötigen. Die meisten finden es unangenehm, wenn man Ihnen Hilfe aufdrängt. 

8. Was soll man denn sagen... Darf man „gute Besserung“ wünschen? Nein, lieber nicht. „Gleichfalls“, könnte darauf die Antwort lauten. Besser: „Guten Tag!“

9. Behindertenparkplätze sind für behinderte Leute reserviert, weil diese nicht weit oder überhaupt nicht laufen können. Deshalb liegen die Plätze meist auch nah beim Eingang. Sie müssen ihre Autotüren vollständig öffnen können. Darum sind diese Plätze etwas breiter als die andern.

10. Das nennt man Inklusion: Alle Menschen sollten am Leben teilnehmen können und mit einbezogen werden. Egal, ob mit oder ohne Behinderung.

 

Text: Tonia von Gunten / www.elternpower.ch